LIGA6 aus 11

TILO BAUMGÄRTEL
MARTIN KOBE
JÖRG LOZEK
BEA MEYER
JULIA SCHMIDT
MATTHIAS WEISCHER
 

>>>> 13/04/02—30/04/02 >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> LIGA präsentiert >>>>>>>>>>>>>>>>>>> TILO BAUMGÄRTEL >>>>>>>>>>> MARTIN KOBE >>>>>>>>>>> JÖRG LOZEK >>>>>>>>>>> BEA MEYER >>>>>>>>>>> JULIA SCHMIDT >>>>>>>>>>> MATTHIAS WEISCHER

TILO BAUMGÄRTEL führt den Betrachter seiner Bilder ins Dickicht der Mutmaßungen. Weder ist die Ursache der dargestellten Geschehnisse erkennbar, noch läßt sich eine Aussage über die Entwicklung der Dinge und die Absichten der Protagonisten treffen. Meist in Sümpfen, Schnee oder Nebel steckengeblieben oder mit schwer zu bestimmenden Tätigkeiten in Gestrüpp oder Höhlen befaßt, sehen sich die Figuren einer von Stagnation geprägten Szenerie ausgesetzt, in der jedoch die Farbe selbst ein Eigenleben entwickelt: sie schein sich schillernd am Fleck auszubreiten, zu verschwimmen oder gar als Schimmel die Bildfläche zu erobern und die Dynamik der Bilder in Richtung einer schrittweisen Auflösung umzukehren. >>

MARTIN KOBE. Wo in Martin Kobes Malerei die Auflösung der Räumlichkeit in der Abstraktion der Fläche beginnt und das als konkrete Form erfaßbare endet, ist schwer zu bestimmen. Klar definierte Formen, die an architektonische Strukturen erinnern, organisieren den Bildraum, reißen jedoch plötzlich ab und gestisch abstrakte, wie zufällig hinterlassene Farbspuren drängen sich in den Vordergrund oder erzeugen den Eindruck tieferer Bildebenen; die Illusion der Räumlichkeit wird dabei ebenso gestützt wie gestört - die den Bildern zugrunde liegende streng kontrollierte Konstruktion wird auch in ihrer Negation nicht aufgegeben. >>

6 aus 11 > Ansicht Raum 16 aus 11 > Ansicht Raum 1
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JÖRG LOZEK inszeniert auf seinen Bildern Figuren, meist Kinder, als Projektionsflächen gesellschaftlicher und geschlechterbezogener Normvorstellungen. Puppenhaft strahlend sind sie in symbolhaft ausstaffierten Bildräumen plaziert: Kindliche Vertreter einer hierarchischen Erwachsenenwelt, die zwischen properer Unschuld und schablonenhafter Typisierung wie festgefroren wirken. Die emotionale Distanz, die diese Szenerien ausstrahlen, wird jedoch gebrochen durch die partielle Unschärfe; das Bild des Kindes ist auch die Rekonstruktion von Erinnerung. >>

BEA MEYER zeigt mit slogans bestickte Textilien, die Träger vielschichtiger Implikationen sind: Die sorgfältige, zeitaufwendige Stickarbeit produziert im Zusammenklang mit dem gewählten Untergrundmaterial und den aufgestickten Motivations- oder Durchhalteparolen eine Art Echo im Kopf des Betrachters: Was auf den ersten Blick als Manifestation euphorischer Selbstbehauptung oder Überzeugungsarbeit aufgefasst werden könnte, verlangsamt sich, wird zum monotonen loop, und die Sprache offenbart den Zweifel hinter den Parolen. Sowohl als Triebfeder als auch als Resultat eines beharrlichen Arbeitsprozesses pendelt er zwischen Mantra und ironischer Enthüllung. >>

6 aus 11 > Ansicht Raum 36 aus 11 > Ansicht Raum 3
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JULIA SCHMIDT bewegt sich in ihrer Arbeit "Golden Moments - Glorious Mud" an einer Grenzlinie entlang; dem affirmativen Gestus einer kraftvollen, sich selbst behauptenden Malerei mißtrauend, bedient sie sich dabei verschiendenster Bildsprachen. In der Wahl der Motive liegt ihr Interesse zwischen High & Low, Luxus und Trash: alltägliche, populäre Darstellungen werden mit Hochglanzmotiven aus dem Bereich zwischen Kunst, Mode und lifestyle kombiniert. Ohne jedoch die verführerische Wirkung dieser Bilder ganz preisgeben zu wollen, wird das pseudo-provokative Potential etwa einer Versace-Werbung konterkariert und als Manifestation der Dominanz bestimmter gesellschaftlicher Wertvostellungen gezeigt. Der Anflug eines Unbehagens, hervorgerufen durch die Abbilder eines glamourösen Fetischismus, bleibt. >>

6 aus 11 > Ansicht Raum 2
> LIGA > 6 aus 11 > Schmidt

MATTHIAS WEISCHER. Matthias Weischers Räume: bunt ausformulierte Gegenständlichkeit, die jeden Moment in spielerischer Abstraktion sich entladen kann, detailverliebt ausgeführt und doch im Unfertigen belassen - das Sprunghafte und das Solide in vielschichtiger Gleichzeitigkeit. Ein verspielter Baumeister durchreist die Möglichkeiten seiner Bildwelten und führt den Betrachter in Räume ein, die das Procedere der Malerei als simultane Schichtung unendlich vieler Nuancen und Überkreuzungen sichtbar machen. Einen Bildraum konstruktiv zu dekonstruieren - dieses Paradox scheint möglich in diesen Bildern, denn eines ist in ihnen verhaftet und ablesbar geblieben: der Faktor Zeit, das Nacheinander der Bewegungen, die nun, als Bildraum, ein Ganzes suggerieren. >>

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